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Alternative Stadtrundfahrt

Stadtteile im Wandel

Die zweite etwas andere Stadtrundfahrt bot einen spannenden Einblick in Hamburgs ehemalige Industriezentren in den Stadtteilen Altona, Bahrenfeld, Ottensen und Barmbek.

Stadtteile im Wandel
Alte Industriegelände laden zum Spaziergang ein, Foto: VHSt
In einer dreistündigen Busrundfahrt erläuterte der Guide Malte Mitschlich den 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Wandel dieser Industriestandorte hin zu Orten der Kreativität, Kunst und Kultur.

Die Fahrt begann am ZOB und führte an der Kunsthalle vorbei entlang des ehemaligen Hamburger Stadtwalls Esplanade, Gorch-Fock-Wall, Millerntordamm über die Reeperbahn und Königstraße ins Herz von Altona. Bereits hier erfuhren wir viel Interessantes über die Historie der an den Straßen liegenden Häuser und Einrichtungen sowie über die Stadtgrenze Hamburgs zu Altona, der früheren zu Dänemark gehörenden Nachbarstadt. Im Umfeld des Bahnhofs Altona wurde der Wandel auch über veränderte Gebäudenutzungen hinaus deutlich, unter anderem mit dem östlich vom Bahnhof um das Industrieviertel Harkortstraße mit der Holstenbrauerei entstandenen ruhigen Wohnquartier "Neue Mitte Altona". Weitere Veränderungen wird es in den nächsten Jahren mit der geplanten Verlegung des Fernbahnhofs Altona zum Diebsteich geben.

Stadtteile im Wandel
Brücke Altes Gaswerk, Foto: VHSt
Sehr spannend und zum Teil neu für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war vor allem in Bahrenfeld, Ottensen und Alt-Altona die Umwandlung der alten, vielfältigen Industrieanlagen der Schwermetallindustrie oder Lebensmittelproduktionsstätten in zeitgemäße Gebäudekomplexe. Mehrfach entstand eine neue "Höfe-Baukultur" mit einer Mischnutzung aus Lofts, Gewerbe- und Büroflächen. Beispiele sind etwa die "Kühnehöfe" auf dem Gelände von Essig-Kühne, die "Mohrhöfe" der früheren Margarinewerke Mohr, die später dann zu Unilever gehörten, und der "Phoenixhof". Auch die Zeisehallen sind ein Beispiel einer positiven Umwidmung zu einem Kulturzentrum, ebenso wie die legendäre "Fabrik" an der Barnerstraße.

Aus dem ehemaligen Gaswerk an der Daimlerstraße/Gasstraße wurde ein quirliges Viertel mit dem edlen Hotel Gastwerk.

Die Fahrt führte dann über die Autobahn A7, vorbei an der Baustelle für den "Bahrenfeld-Deckel" und durch die Theodorstraße mit den ehemaligen Fabrikanlagen der BAT bis zur Trabrennbahn Bahrenfeld, die mit der Horner Rennbahn in den dortigen Stadtteil verlegt werden soll. Am Rand von Othmarschen mit einer respektablen Villenbebauung ging's in den Kernbereich von Ottensen, wo der sozioökonomische Strukturwandel, die sogenannte Gentrifizierung, deutlich erkennbar ist. Inzwischen ist es ein "hippes" Stadtviertel.

Stadtteile im Wandel
Kompetent und unterhaltsam: Der Guide Malte Mitscherlich, Foto: VHSt
Von dort ging die Fahrt durch Eimsbüttel, vorbei am Industriestandort von Beiersdorf in der Unnastraße und Troplowitzstraße über Eppendorfer und Winterhuder Marktplatz Richtung Jarrestadt mit der "Kulturfabrik" Kampnagel, einer ursprünglich im 19. Jahrhundert gegründeten Maschinenfabrik. Weiter ging's am Werkgelände der HHA und dem Gelände des AK Barmbek mit einem neuen Wohnquartier in den alten Krankenhausgebäuden.

Ziel der Stadtrundfahrt war das Museum der Arbeit, das in einer ehemaligen Gummifabrik residiert und die Wandlung des Lebens und der Arbeit zum Thema gemacht hat. Im Restaurant T.R.U.D.E. endete die kurzweilige Stadtrundfahrt mit einem Mittagessen.

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Autor: Bernd Ricanek

Fotos: VHSt

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HBZ · 06/2022

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