Herzgesundheit
Eine CT bringt Klarheit
November ist der Monat der Herzgesundheit. Deshalb haben wir uns mit dem Herzspezialisten Prof. Dr. med. Christopher Herzog, Facharzt für Diagnostische Radiologie in der Radiologie München, und seinem Kollegen Prof. Dr. med. Anno Graser, Facharzt für Radiologie, über Vorsorge und Früherkennung von Herzkrankheiten unterhalten.
Auf Ihr Herz hören
Laut Prof. Herzog werden koronare Herzerkrankungen bei vielen Patienten zufällig entdeckt, da die Symptome oft unspezifisch sind. Zu solchen unspezifischen Symptomen zählen etwa generelles Unwohlsein, Übelkeit, Bauch- oder Rückenschmerzen. Typische Symptome dagegen sind Schmerzen oder Stiche im Herzen, die auf Oberarme, Hals oder Kiefer ausstrahlen, sowie Atemnot oder ein Engegefühl. Frauen sind in der Regel erst nach den Wechseljahren gefährdet, einen Herzinfarkt zu bekommen, da bis dahin der hohe Östrogenspiegel eine Schutzfunktion hat.
Zwei zuverlässige Methoden
Es gibt verschiedene Methoden, sein Herz untersuchen zu lassen. Mittels Belastungs-EKG, Herzszintigrafie, Herzultraschalluntersuchung oder Labordiagnostik ist es jedoch oft nicht zuverlässig möglich, die Ablagerungen im frühen oder mittleren Stadium zu erkennen. Ultraschalluntersuchungen des Herzens werden in erster Linie zur Untersuchung der Herzfunktionen und Bewegung des Herzmuskels eingesetzt. In Verbindung mit medikamentösem Stress kann eine Gefäßengstellung aber in der Regel erst ab 75 Prozent, also sehr spät erkannt werden.
Während die Herzkatheteruntersuchung ein kleiner invasiver Eingriff ist und daher bei fehlenden Beschwerden eher selten zum Einsatz kommt, ist eine Kardio-CT ohne Eingriff mit modernen Geräten in einer Viertelstunde erledigt. Je nach Gerätetyp liegt die Strahlenbelastung bei etwa einem Drittel der normalen jährlichen Strahlenbelastung durch Umweltfaktoren und beim 10- bis 15-fachen Wert einer Röntgenaufnahme. Private Krankenversicherungen zahlen die Kosten für eine CT-Untersuchung, die bei etwa 450 Euro liegen. Die gesetzlichen zahlen derzeit nur die invasive Herzkatheteruntersuchung bei bestehenden Beschwerden, da dabei die Engstellen sofort behandelt werden können.
Lebenslange Entwarnung?
Der größte Vorteil einer CT ist, dass Sie sie eigentlich nur einmal machen müssen, um Ihr Risikoprofil abschätzen zu können. Diese Momentaufnahme sollte nach dem 50. Lebensjahr erfolgen: "Wenn alle Menschen mit Mitte/Ende 50 einmal eine Herz-CT-Untersuchung machen lassen würden, könnten Sie eine koronare Herzerkrankung und auch relevante Engstellen mit hoher Zuverlässigkeit erkennen", sagt Prof. Herzog.
Auf die Frage, ob sich in zehn weiteren Jahren nicht doch ein Befund einstellen könnte, antwortet Professor Herzog: "Es geht primär darum, die Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung rechtzeitig zu identifizieren. Wenn Sie bei einem 55-Jährigen einen Normalbefund ohne jede Plaquebildung sehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person jemals einen Herzinfarkt bekommen wird, sehr gering." "Liegt dagegen ein Befund mit Veränderungen der Gefäße vor, muss der Patient aufpassen und seine Lebensgewohnheiten verändern und gegebenenfalls Medikamente zu sich nehmen", ergänzt Prof. Graser.
Mit Maßnahmen gegensteuern
Wenn Sie eine familiäre Vorbelastung für Herzinfarkt oder Schlaganfall haben, Diabetiker sind oder bei Ihnen in einer CT-Untersuchung Gefäßablagerungen festgestellt wurden, ist es Zeit, einige Maßnahmen zu ergreifen, um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Freiverkäufliche Medikamente zur Herzkräftigung schaden zwar nicht, sind aber wirkungslos. Sinnvolle und wirksame Methoden sind:
- Mit dem Rauchen aufhören
- Gewicht auf Normalgewicht reduzieren
- Bauchumfang auf 80 cm bei Frauen und 94 cm bei Männern verringern
- Zu hohen Blutdruck senken
- Leichten Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking betreiben
- Blutfett- und Cholesterinwerte auf Normalmaß bringen
- Gesündere Ernährung, z. B. mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren
- Stress minimieren und in stressigen Zeiten Pausen machen
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Ihrer Information. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Arzt.
Autor: VHSt
Quellen: Prof. Dr. med. Christopher Herzog und Prof. Dr. med. Anno Graser, Radiologie München, Burgstr. 7, 80331 München, Tel.: (089) 212 19 60, www.radiologie-muenchen.de
HBZ · 11/2019
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