Demografie-Konzept
Fortschreibung des Demografie-Konzepts
Hamburg gehört zu den größten Wachstumsregionen in Deutschland. Seit Anfang der 1990er- Jahre nimmt die Bevölkerung stetig zu.
Aktuell leben 1,8 Millionen Menschen in der Hansestadt. Es wird erwartet, dass es 2030 bis zu zwei Millionen sein werden. Jährlich wächst die Hansestadt um 30.000 neue Hamburgerinnen und Hamburger - also um die Größe einer mittleren Stadt. Den stärksten Zuwachs wird Wilhelmsburg haben, während in Groß-Flottbek die Bevölkerung leicht abnimmt. Mit einem Durchschnittsalter von 42,1 Jahren ist Hamburg das jüngste deutsche Bundesland. Trotz Zuzugs Jüngerer und Geburten nimmt aber auch der Anteil der älteren Hamburgerinnen und Hamburger zu: 2035 werden in Hamburg 425.000 Menschen über 65 Jahre alt sein - das entspricht einem Zuwachs von 90.000. 120.000 von ihnen sind dann sogar über 80 Jahre.
Mit der vorliegenden Fortschreibung des 2014 aufgelegten Demografie-Konzepts "Hamburg 2030: Mehr. Älter. Vielfältiger" beschreibt der Senat, wie die Lebensqualität in der Hansestadt für alle Generationen weiter verbessert wird. Hierfür unterstützt er unter anderem lebenslanges und generationenübergreifendes Wohnen im eigenen Quartier mit einem Förderprogramm.
Senatorin Prüfer-Storcks erklärt: "Wenn wir Lebensqualität bewahren und steigern und demografische Veränderungen bewältigen wollen, müssen wir uns auf das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen konzentrieren: das Quartier. Nur wenn die Menschen dort alles zum Leben finden, können sie im Alter in der eigenen Wohnung bleiben. Deshalb werden wir eine neue Strategie für demografiefeste Quartiere einführen, bei der alle fachpolitischen Maßnahmen der Behörden ineinandergreifen."
Erprobt wird diese Initiative "Urbanes Leben" in jeweils einem Quartier pro Bezirk: Horn in Mitte, Bahrenfeld in Altona, Stellingen in Eimsbüttel, Groß Borstel in Nord, Tonndorf in Wandsbek, Bergedorf- West in Bergedorf sowie Binnenhafen und Neuland in Harburg. Grundlage dafür ist ein kleinräumiges Demografie-Monitoring, das Daten zum Beispiel zur Bevölkerungsentwicklung, zur Altersstruktur und zu Migrationsbewegungen liefert. Denn der Altersaufbau ist nicht gleichmäßig über die Hansestadt verteilt: Nach Bezirken haben Bergedorf, Altona und Harburg den höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Nach Stadtteilen sind es beispielsweise Lurup und Osdorf, Neuallermöhe, Sinstorf und Billbrook, aber auch die Walddörfer mit Volksdorf und Bergstedt. Den höchsten Anteil an 65-jährigen und älteren Menschen an der Bevölkerung hat unter den Bezirken mit weitem Abstand Wandsbek, gefolgt von Eimsbüttel. Unter den Stadtteilen treten dabei Poppenbüttel und Wellingsbüttel, Rissen und Blankenese sowie Marmstorf und Niendorf hervor.
Der Senat wird zusätzlich bis zu 1,2 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stellen, um gemeinsam mit Wohnungsbau- und Pflegeunternehmen in dem Förderprogramm "Wohnen bleiben im Quartier" 20 große Wohnprojekte für Pflegebedürftige zu realisieren. Ein konkretes Beispiel für diesen Handlungsansatz ist das erfolgreich umgesetzte Wohn- und Versorgungskonzept "LeNa - Lebendige Nachbarschaft". LeNa wurde von der SAGA Unternehmensgruppe mit Unterstützung der Tochtergesellschaft ProQuartier initiiert und gemeinsam mit Kooperationspartnern entwickelt. Es ermöglicht lebenslanges und generationenübergreifendes Wohnen im eigenen Quartier und gibt passgenaue Unterstützung, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Alltag auch im hohen Alter oder mit Behinderung selbstständig und selbstbestimmt bewältigen können. Zudem bestehen gute Begegnungs- und Teilhabemöglichkeiten.
Auch die Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit erfährt einen stärkeren Fokus auf das Quartier als Lebensmittelpunkt. Hierzu gehört insbesondere die Gründung und Förderung von Seniorennetzwerken modellhaft in zwei Stadtteilen. Der Start des "Hamburger Hausbesuchs für Seniorinnen und Senioren" ist in Eimsbüttel und Harburg erfolgreich angelaufen. Das Programm soll dieses Jahr auf ganz Hamburg ausgerollt werden.
Autor: VHSt
Quellen: Hamburg.de, Hamburgische Bürgerschaft, NDR 90,3, Personalamt der Freien und Hansestadt Hamburg, Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig- Holstein, Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF)
HBZ · 02/2019
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