200 Quadratmeter Nachdenken
Umsetzung des Mahnmals am Stadthaus beginnt
Im Gehweg vor den heutigen Stadthöfen, dem früheren Hamburger Stadthaus Ecke Neuer Wall und Stadthausbrücke, entsteht in den nächsten Wochen die großflächige Bodenskulptur 'Stigma' als Erinnerung an die Vergangenheit des Ortes.
Das Künstlerinnenduo missing icons von Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper gewann mit seinem Konzept den 2019 ausgeschriebenen künstlerischen Wettbewerb der Kulturbehörde. In Absprache mit den beteiligten Ämtern, dem Beirat Stadthöfe und Interessenvertretungen begann im Oktober die Umsetzung, die noch Ende dieses Jahres beendet sein soll. Das Kunstwerk erstreckt sich von der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall entlang des ehemaligen Hauptsitzes der Gestapo bis zur Brücke über den Bleichenfleet. Direkt auf der Brücke, wie zunächst angedacht, lässt sich das Mahnmal nicht umsetzen. Die Entstehung des Kunstwerkes im öffentlichen Raum wird filmisch dokumentiert und ab November 2021 in der Ausstellung im Gedenkort Stadthaus gezeigt.
Das Kunstwerk "Stigma" soll ein Einschnitt im fertig restaurierten Stadtraum sein, ein Zeichen, das nicht mehr verschwindet. Wie eine vernarbte Wunde wird das entstehende Relief als verstörende Irritation an die Gewalt und Zerstörung der NS-Zeit erinnern. Zugleich ist es aber auch ein alltäglicher Bestandteil des Stadtraums. Die Künstlerinnen zerschlagen einen Teil der Granitgehwegplatten und entnehmen sie entlang der Bruchkanten. Die 200 Quadratmeter große Vertiefung füllen sie mit nachgiebigem Gummigranulat und einer fleischfarbenen Schicht aus Granulat und Splitt auf. So entsteht eine ebene, nun markant federnde und farbige Oberfläche als Spur im Bürgersteig.
Autor: VHSt
Fotos: © Samira Aikas
HBZ · 11/2021
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