Titelfoto: © Eine Lochkarte war das Vorbild für die Fassade des Kallmorgen Tower, Foto: (c) stahlpress Medienbüro
Hamburgische Zeitschrift für den öffentlichen Dienst
Profitieren Sie von der Mitgliedschaft im VHSt.
Einfach ausdrucken und ausgefüllt an uns senden.

Aufgeblättert: Buchtipp
Als die Elbchaussee den Geist der Utopie atmete
Buchcover: (c) Verlag Ellert & Richter
Garten ist nicht gleich Garten - bisweilen "tritt uns der Garten als Ort politischer Utopie entgegen", schreibt Katrin Schmersahl in der Einführung zu ihrem Buch über Hamburgs wohl attraktivste Straße: Die Elbchaussee ist nicht nur geprägt durch opulente Häuser, sondern auch durch Parks.
Diese haben nicht nur eine lange, sondern auch höchst interessante Geschichte. Im frühen 18. Jahrhundert entstanden in den Hamburger Vorstädten nach englischem Vorbild die freien, "natürlichen" Landschaftsgärten als Gegenmodelle zu den genormten und zurechtgestutzten französischen Anlagen. Jean-Jacques Rousseaus Diktum "Die Natur pflanzt nichts nach der Schnur" atmete zwar den Geist der Aufklärung, begeisterte die lutherisch geprägten führenden Stände in der Hansestadt jedoch zumeist nicht.
Ausnahmen waren modern denkende Geister - die Hamburger Kaufleute Caspar Voght und Georg Heinrich Sieveking - und wohlhabende Immigranten aus England, Frankreich und den Niederlanden reformierten, anglikanischen, mennonitischen und jüdischen Glaubens. Die englischen Landschaftsgärten wurden bald mit "aufgeklärter Architektur" bestückt. Baumeister wie Christian Frederick Hansen entwarfen Villen entlang der Elbchaussee, die ab den 1770er-Jahren als Privatweg für reiche Hamburger und Altonaer Kaufleute angelegt wurde. Dort erbauten sie Häuser für die Sommerfrische und ließen sich später dauerhaft nieder. Ab Ende des 19. Jahrhunderts eroberten exotische Pflanzen die Gärten und Parks, der 1913 in Blankenese angelegte Römische Garten ist ein Zitat dieser Zeit.
Von Rainvilles Garten am Anfang der Elbchaussee über Donners Park, das Brandt'sche Säulenhaus, den Reemtsma- Park, das Landhaus Roosen, den Hirschpark und Baurspark bis zur Gartenkultur am Kösterberg werden die herausragenden Grünlagen und Landhäuser entlang der Elbchaussee vorgestellt - mithin "eine einzigartige Parklandschaft, die es zu schützen gilt", wie die Autorin betont.
Katrin Schmersahl: Die Elbchaussee. Die Geschichte der Familien, Landhäuser und Parks. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2024, 336 Seiten, 25 Euro.
Autor: Volker Stahl
HBZ · 06/2024
Weitere Meldungen:
Das Hamburg-Rätsel
Liebe Leserin und lieber Leser, mit unserem Hamburg-Rätsel können Sie testen, wie gut Sie Hamburg kennen....
HBZ · 4/2026
Editorial
Liebe Mitglieder des VHSt, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Digitalisierung der Welt ist nicht zu entkommen, nicht einmal in der altehrwürdigen HBZ....
HBZ · 4/2026
In eigener Sache
Unsere Vereinszeitschrift HBZ hat eine lange Tradition: Mit dieser Ausgabe beginnt ihr 127. Jahrgang, die erste
Hamburgische Beamtenzeitung erschien im Februar 1900....
HBZ · 1/2026
Aufgeblättert: Buchtipp
Der Flakturm IV in Hamburg, heute ein imposantes Wahrzeichen mit atemberaubendem Stadtpanorama, hat eine bewegte Geschichte hinter sich....
HBZ · 1/2026
Geschichten aus Hamburgs Geschichte
Wohnraum in der früheren Arme-Leute-Siedlung Steenkamp ist heute wieder begehrt....
HBZ · 1/2026
VHSt Literaturkreis ab Februar 2026
Der Literaturkurs im Frühjahr 2026 wird sich Erzählerinnen der Gegenwartsliteratur widmen. Autorinnen wie Helga Schubert, Ursula Krechel und Ulrike Draesner gewinnen zahlreic...
HBZ · 1/2026